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Wenn der Schuh drückt

Geschätzte 100.000 Kilometer läuft ein Mensch durchschnittlich bis zum Ende seines Lebens. Doch wenn die Füße schmerzen, ist jeder einzelne Schritt qualvoll. Bei der Schiefzehe – auch Großzehenballen, Ballenzeh oder Hallux valgus genannt – verschiebt sich die Großzehe in Richtung der kleinen Zehen.

Häufig betroffen sind Frauen, was auf das anlagebedingt schwächere Bindegewebe, aber auch auf das Tragen von zu kleinen, spitz zulaufenden Schuhen zurückzuführen ist. Der Zehenballen tritt an der Innenseite des Fußes deutlich hervor. Die Schiefzehe schmerzt, weil es durch die ständige Reibung im Schuh zu einer Schleimbeutelentzündung kommt.

Nach der Untersuchung durch einen Orthopäden und weiterer erforderlicher Diagnostik, wird üblicherweise mit einer konservativen Behandlung begonnen. Dabei wird durch das Tragen von Einlagen das Längsgewölbe im Fuß angehoben. Ebenso werden Nachtlagerungsschienen verwendet. Mit diesen Maßnahmen kann ein Fortschreiten der Abweichung aufgehalten werden, eine rückläufige Entwicklung der bereits eingetretenen Fehlstellung ist aber nicht möglich.

Sind die Schmerzen allerdings unerträglich, kann der Leidensdruck durch eine OP gelindert werden. „Heute können mit ausgereiften Operationstechniken die Fußstatik verbessert und die eingetretenen Veränderungen am Fußskelett rückgängig gemacht werden. Allein im Vorfußbereich gibt es über 200 verschiedene Operationsverfahren“, weiß Marcelo Sanchez Böehm, Leitender Oberarzt Endoprothesenzentrum und Allgemeine Orthopädie an der Oberlinklinik in Potsdam. Welches Verfahren jeweils individuell zur Anwendung kommt, ist maßgeblich vom Ausprägungsgrad der Veränderung abhängig. Moderne Implantate helfen, eine schnelle Mobilität zu erreichen. Nach drei Monaten sind wieder längere Spaziergänge möglich.

Weitere Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten der Schiefzehe finden Sie hier.

Pressesstelle Oberlinhaus